{"id":1433,"date":"2024-02-13T12:56:33","date_gmt":"2024-02-13T10:56:33","guid":{"rendered":"https:\/\/benefitproject.org\/your-judgement-may-be-deadly\/"},"modified":"2024-02-13T13:21:58","modified_gmt":"2024-02-13T11:21:58","slug":"your-judgement-may-be-deadly","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/benefitproject.org\/de\/your-judgement-may-be-deadly\/","title":{"rendered":"Dein Urteil ist vielleicht gef\u00e4hrlich."},"content":{"rendered":"<p><strong>Erkennen von Stigmatisierung im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit, ihren Problemen und wie man sie \u00fcberwinden kann.<\/strong><\/p>\n<p>Stigma ist ein Ausdruck der Erniedrigung, der sich auf die psychische Gesundheit der Betroffenen auswirken kann. Es handelt sich dabei um eine Form der Herabw\u00fcrdigung, die sich auf eine bestimmte Person, ein bestimmtes Objekt oder einen bestimmten Umstand bezieht. Beispiele f\u00fcr Themen, die man mit Stigma verbindet, sind: Sexualit\u00e4t, die nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht, als Straft\u00e4ter im Gef\u00e4ngnis zu sein, eine Geschlechtskrankheit zu haben oder dick zu sein. Oft ist dies mit einer gewissen Scham verbunden.<\/p>\n<p>Stigmatisierung findet auch im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen statt. Sie ist das Ergebnis von Fehlinformationen, Unkenntnis und Vorurteilen. Bei psychischen Erkrankungen werden die Betroffenen oft nicht als krank angesehen, sondern als verr\u00fcckt, gef\u00e4hrlich oder inkompetent bezeichnet. Bei anderen psychischen Erkrankungen kann es vorkommen, dass die Betroffenen als schwach oder feige abgestempelt werden. Wer darunter leidet, erh\u00e4lt oft Tipps wie &#8222;Rei\u00df dich zusammen&#8220; oder &#8222;Sei keine Heulsuse&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Unter Stigmatisierung zu leiden, ist oft schlimmer als die psychische Krankheit selbst.<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Menschen, die mit ihrer psychischen Gesundheit zu k\u00e4mpfen haben, bedeutet Stigmatisierung oftmals zus\u00e4tzliches Leiden. Aufgrund der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung, einschlie\u00dflich der eigenen, wird oft die ben\u00f6tigte Hilfe nicht oder zu sp\u00e4t in Anspruch genommen. Dann ist der eigentliche Schaden bereits eingetreten.<\/p>\n<p>Stigmatisierung kann zu sozialer Ausgrenzung f\u00fchren. So wird man z. B. nicht mehr zu geselligen Zusammenk\u00fcnften eingeladen, weniger ernst genommen wird oder gilt als weniger kompetent. Sie kann auch dazu f\u00fchren, dass man keinen Job bekommt, nicht bef\u00f6rdert wird oder als potenzieller K\u00e4ufer oder Mieter einer Wohnung abgelehnt wird. Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen geben an, dass die Stigmatisierung schlimmer ist als die Erkrankung selbst.<\/p>\n<p>Wir alle sind gefordert, die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen abzuwenden.<br \/>\nEs gibt vieles, was jeder Einzelne tun kann, um die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen zu bek\u00e4mpfen:<br \/>\n\u2022 Im Gespr\u00e4ch darauf achten, gut \u00fcber andere Menschen zu sprechen und positive Formulierungen zu verwenden. Wir k\u00f6nnen nie wissen, warum sich Menschen so verhalten, wie sie es tun. Wenn wir uns nicht die M\u00fche gemacht haben, die Gr\u00fcnde herauszufinden, sollten wir zumindest nicht urteilen.<\/p>\n<p>\u2022 Das Thema ansprechen, wenn das Verhalten anderer eine Stigmatisierung von Randgruppen widerspiegelt. Jemanden als &#8222;verr\u00fcckt&#8220; oder &#8222;schwach&#8220; zu bezeichnen oder jemandem, der sich ungew\u00f6hnlich verh\u00e4lt, nicht zu helfen, kann, je nach den Umst\u00e4nden, schaden.<br \/>\n\u2022 \u00dcberlegen, wie man in verschiedenen Rollen im Leben zum Abbau von Stigmatisierung beitragen kann.<br \/>\nSind Sie beispielsweise ein JournalistIn? Gro\u00dfartig &#8211; wenn Sie objektiv und vorurteilsfrei bleiben, k\u00f6nnen Sie angemessen und neutral berichten.<br \/>\nSind Sie LehrerIn? Gro\u00dfartig &#8211; wie Sie mit Ihren Sch\u00fcler\/innen w\u00e4hrend und au\u00dferhalb des Unterrichts umgehen, vermittelt den Jugendlichen, wie man mit anderen umgeht.<br \/>\nF\u00fchlt sich jemand, der Ihnen nahe steht, nicht wohl? Was f\u00fcr eine gro\u00dfartige Gelegenheit, mehr dar\u00fcber in Erfahrung zu bringen und sich darin zu \u00fcben, f\u00fcr sie da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen.<\/p>\n<p><strong>Was kann ich tun, wenn ich von Stigmatisierung betroffen bin?<\/strong><\/p>\n<p>\u2022 Niemals davon abhalten lassen, sich Hilfe zu holen: Greifen Sie auf professionelle Unterst\u00fctzung zur\u00fcck, z. B. durch einen Arzt oder Psychiater, aber auch auf vertrauensw\u00fcrdige Personen aus Ihrem sozialen Umfeld, z. B. Freunde, Familienangeh\u00f6rige oder Kollegen, um die erforderliche Hilfe zu erhalten.<br \/>\n\u2022 Sie selbst sind nicht Ihre Krankheit: So wie jemanden mit einem gebrochenen Zeh kein gebrochener Zeh ist, sind Sie keine psychische Krankheit. Sprechen Sie dar\u00fcber in der Form &#8222;Ich habe Depressionen&#8220;, nicht &#8222;Ich bin depressiv&#8220;.<br \/>\n\u2022 Das Stigma betrifft nicht Sie: Nehmen Sie Abstand von den Urteilen anderer. Machen Sie sich klar, dass es ihnen an Informationen mangelt oder sie Vorurteile haben. Nehmen Sie es nicht pers\u00f6nlich.<br \/>\n\u2022 Kontern Sie mit Geschichten oder Fakten: Es besteht keine Notwendigkeit, sich zu verteidigen. Wenn Sie m\u00f6chten, k\u00f6nnen Sie jedoch Ihre pers\u00f6nliche Geschichte erz\u00e4hlen oder Ihr Gegen\u00fcber aufkl\u00e4ren.<br \/>\n\u2022 Finden Sie mehr Menschen, die Ihnen \u00e4hnlich sind: Suchen Sie sich eine Selbsthilfegruppe oder eine andere Gruppe von Menschen, bei denen Sie sich richtig aufgehoben und gesch\u00e4tzt f\u00fchlen. Hier erhalten Sie Unterst\u00fctzung und k\u00f6nnen andere unterst\u00fctzen. \u00dcber das Internet gibt es unz\u00e4hlige Kontaktm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>&#8222;Jeder, den du triffst, f\u00fchrt einen Kampf<br \/>\nvon dem du nichts wei\u00dft. Sei freundlich.<br \/>\nImmer.&#8220;<\/p>\n<p><em>Brad Meltzer<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Quellen:<\/em><\/p>\n<p>Aktionsb\u00fcndnis Seelischer Gesundheit, \u201eReden Hilft\u201c, https:\/\/www.seelischegesundheit.net\/wissen\/stigma\/ [aufgerufen am 16\/11\/23]<\/p>\n<p>Health Direct, &#8222;Stigma psychischer Erkrankungen&#8220;, zuletzt \u00fcberpr\u00fcft: 11\/2021,<br \/>\nhttps:\/\/www.healthdirect.gov.au\/mental-illness-stigma [aufgerufen am 16.11.23]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkennen von Stigmatisierung im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit, ihren Problemen und wie man sie \u00fcberwinden kann. 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